CSD 2019

Veranstaltungsübersicht

03.06. 20h Film
„My Big Crazy Italian Wedding“,
CSD Filmrolle, cine k
„Ein warmherziger, romantischer Wohlfühlfilm mit einem fulminanten Musicalfinale!“ Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg


12.06. 19h Diskussion
„Sichere Herkunftsstaaten? Diskussionsrunde zu Queer und Flucht“, BIS-Saal, Uni
Mit Gästen aus Politik und Gesellschaft, offenes Gespräch zu sicheren Herkunftsländern, Fluchtwegen und der politischen/gesellschaftlichen Gestaltung des Umgangs mit geflüchteten Menschen.


13.06. 19h Lesung
„Schwule Emanzipation und ihre Konflikte“, BIS-Saal, Uni
Patrick Henze liest aus seinem Buch zu Konflikten um schwule Emanzipation und bettet sie in die Zeit der 1970er Jahre und der vorherigen bleiernen „Adenauer-Ära“ ein.


15.06. 12h Parade, Aktionsstand
„Männer, Merkel, Masturbation – nach Mutti kommt der Genderwahn“
Chill-Out, dazu kreatives Austoben und Erarbeitung eigener Forderungen an die Bundespolitik.


18.06. 18h Film
„Stonewall Uprising“, Uni, A11 Hörsaal B
Film schauen, dann Gespräch zum Stonewall Aufstand und Ursprung der CSDs.


29.06. 10h Workshop
„What do people do with porn?“, Uni
Wenn es um Pornografie geht steht oft die Frage im Fokus, was der Pornografiekonsum mit den Betrachter*innen macht. Doch was machen die Betrachter*innen mit der Pornografie?
Bitte per Email anmelden.

Aufruf

Männer, Merkel, Masturbation — nach Mutti kommt der Genderwahn!

Auch dieses Jahr beteiligen wir uns lautstark und selbstbewusst am Christopher Street Day, denn es geht uns um mehr als einfach nur Toleranz: Wir fordern auf der einen Seite ein vielfältiges Miteinander, auf der anderen aber auch eine tatkräftige und zukunftsgewandte Ausgestaltung einer offenen, bunten Gesellschaft in der jede*r gleiche Rechte hat. Wir stellen uns gegen Zukunftsperspektiven voll Angst oder Hass.

Uns ist es wichtig, Gemeinschaft und Individualität gleichzeitig zelebrieren zu können. Realistisch sind wir davon aber noch weit entfernt. Die Hegemonie des Patriarchats ist ungebrochen, viele Machtpositionen sind mit Männern besetzt und auch gesellschaftliche Diskussionen werden von ihnen geprägt. Auch die lange Kanzlerinnenschaft Merkels hat nur wenige Schritte in die Zukunft gemacht. Noch immer sind Rassismus und Gewalt an der Tagesordnung in unserem Umfeld und weltweit. Noch immer dürfen Homosexuelle kein Blut spenden, außer natürlich sie haben das vorangehende Jahr im Zölibat verbracht. Noch immer gibt es Antidiskriminierungsgesetze, die die Betroffenen nicht hinreichend schützen. Und wo bleibt eine fortschrittliche Gesetzgebung zu trans*inter*non-binary Personen oder Sexarbeiter*innen? Wo bleiben Gespräche über selbstbestimmte Sexualität, Masturbation und feministische Pornographie?

Die Bundesregierung zeigt deutlich, was sie für eine Vorstellung für die Zukunft haben. §§218-219a wurden erhalten und das Bundesinnnenministerium bereitet eine Überarbeitung des Anfang des Jahres in Kraft getretenen Personenstandsgesetzes für die dritte (und vierte) Option und des 38 Jährigen Transsexuellengesetzes vor. Das Ergebnis ist ein Schlag ins Gesicht für jede betroffene Person.

An der Carl von Ossietzky Universität, in den Straßen Oldenburgs, überall und digital treten wir ein für ein freundliches, wertschätzendes Miteinander. Wir als universitäre Gemeinschaft sollten uns gegenseitig lehren, eigene Positionen zu reflektieren. Lehren, für unsere Standpunkte zu streiten. Gerade in der Gemeinschaft und den vielen verschiedenen Erfahrungs- und Wissensschätzen  liegt unsere Kraft als Institution. Doch wir müssen uns auch mit anderen Menschen und Positionen außerhalb unserer Universität auseinandersetzen.

Nicht immer wurden große Schritte für die Menschheit durch kleine, individuelle Schritte vollbracht. Wir schätzen die stonewall riots und die Beteiligung Vieler an den Aufständen gegen Polizeigewalt und staatliche Repression. Genauso brauchen wir eine beherzte Solidarität und einen Aufstand hier in unserer Mitte, der nicht durch Verunglimpfungen, Hass oder Genderwahnvorstellungen glänzt, nein, der Aufstand sollte breit diskutiert, inklusiv, solidarisch und engagiert jeden Tag auf‘s Neue geführt werden. Genau um das zu erproben, rufen wir zur aktiven, selbst-kritischen Teilnahme am Jahrestag der stonewall riots aka CSD Nordwest auf und laden zu verschiedenen Veranstaltungen ein.

Stonewall was not a party but a riot!